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François Morellet
31 Dez 2009———31 Jan 2010

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François Morellet vor seiner Lichtskulptur Lamentable (courtesy: Galerie m, Bochum) © VG Bild-Kunst, Bonn

—————————— Der 1926 in Cholet, Frankreich, geborene François Morellet zählt zu den herausragenden Vertretern der Konkreten Kunst. Ausgehend von der Malerei und dem klassischen Tafelbild bezieht er sich im Laufe seiner künstlerischen Entwicklung zunehmend auf den Raum. Räumliche Fragen artikulieren sich jedoch nicht nur in installativen Arbeiten, sondern führen den Künstler seit den 1970er Jahren zu zahlreichen architekturgebundenen Auftragsarbeiten, den sogenannten „Désintégrations Architecturales“. Die für das Kunstmuseum Bochum entwickelte Neonarbeit „Skyline“ besteht aus einem die gesamte Fassade überspannenden und imaginär zu vervollständigen Kreissegment mit einem Radius von 69 Metern

„Denn Neonlicht ist hart, rein, ohne Schatten oder Spiegelung“ (François Morellet).

Bereits in den 60er Jahren nutzt Morellet den industriellen Charakter von Neonlicht, um die subjektiv gestische Handschrift zu reduzieren und eine nüchterne und rational einsichtige Perspektive zu entwickeln. An die Stelle der Lichtreflexion tritt die Lichtquelle selbst. In der Malerei konzentriert Morellet sein Vokabular auf geometrische Grundformen. Diese bricht und lockert er mit spielerischer Leichtigkeit nach mathematischen Gesetzmäßigkeiten auf. Quadrat und Kreis sind die Leitmotive der Ausstellung; sie tauchen immer wieder anders auf. Das irritiert Sehgewohnheiten und beschert Überraschungseffekte.
Trotz nationaler Präzision triumphieren Morellets Werke neben poetischer Ästhetik mit scharfsinnigem Humor; Ordnungs- oder Zufallsysteme existieren niemals zum Selbstzweck. Ironisch unterwandert der Künstler die eigene Systematik – etwa in Titeln. Die Werkgruppe zu Linie und Band ist als Strip-Teasing bezeichnet. Hier öffnet der Sprachwitz einen spannungsvollen Assoziationsraum zwischen Hänselei und Entkleidung von Linien und Bändern. Vernunft und Ironie liegen bei Morellet nah beieinander.

Die Lichtintstallation „Skyline“ an der Museumsfassade wurde ermöglicht durch Unterstützung der STADTWERKE BOCHUM GMBH. Die Ausstellung von Bildern und Neonarbeiten entstand in Kooperation mit der Galerie m Bochum.

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