Mit dem Raunen der Sammlung zeigen wir seit 2022 Teile unserer vielschichtigen Sammlung. Dabei werden Kunstwerke sowohl thematisch, assoziativ, kunsthistorisch als auch monographisch gruppiert. Arbeiten kommen zusammen, die in diesen Konstellationen so noch nicht gezeigt wurden. Mit dem Raunen der Sammlung wollen wir unterschiedliche Sichtweisen auf die Museumssammlung präsentieren und kontrastierende Kontexte anbieten, die zum Erkunden neuer Zusammenhänge anregen.
Im dritten Teil des Raunen der Sammlung werden Werke zusammengebracht, die sich mit abstrakten Formen auseinandersetzen. Die meisten Arbeiten werden der Geometrischen Abstraktion zugeordnet, eine Richtung, die stark vom Konstruktivismus und der konkreten Kunst des 20. Jahrhunderts beeinflusst wurde. Interessante Beispiele sind die Werke des ungarischen Künstlers Lajos Kassák (1887-1967) und des deutschen Künstlers Erich Buchholz.
Seit Bestehen des Museums – die Vorgängerinstitution wurde als Städtische Gemäldegalerie 1921 gegründet – konzentrierten sich die Museumsmacher*innen auf Künstler*innen und Kunsttrends aus ganz Europa, besonders zur Zeit des Ost-West-Konflikts. Dieser gesamteuropäische Blick spiegelt sich in den Beständen des Museums wider, sodass in dieser Präsentation Werke von Künstler*innen diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs zu sehen sind. Deutlich wird, dass Künstler*innen auch in Zeiten der erzwungenen geographischen Teilung auf gemeinsame künstlerische Ideen und Stiltendenzen zurückgriffen und dass Künstler*innen in Osteuropa über Entwicklungen im Westen auf dem Laufenden waren (andersherum kaum).
Verschiedene, meist großformatige Werke von Künstler*innen, die in den Vereinigten Saaten tätig waren, darunter Mary Heilmann, Ron Gorchov und Frank Stella, und die als langfristige Leihgaben in die Obhut des Kunstmuseums gegeben wurden, erweitern die gesamteuropäisch geprägte Sammlung.