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Gastveranstaltung
Klangbilder 26
Zeitgenössischer Jazz und Improvisierte Musik
6 Juni 2026——— 19:30 bis 21:30 Uhr

Kazuhisa Uchihashi @ Leonid Selemenev
Rieko Okuda @ Rainer Holz

Konzert zur Ausstellung:
„Yuko Mohri & Ei Arakawa-Nash – How We Meet“

Rieko Okuda / Kazuhisa Uchihashi / Martin Blume Trio (JAP/D)

Rieko Ikuda – Piano
Kazuhisa Uchihashi – Daxophon, E-Gitarre
Martin Blume Schlagzeug, Perkussion

Die Fluxus-Bewegung gilt seit den 1960er Jahren als experimentelles Labor, in dem Kunst und Leben untrennbar zusammengehören. Fluxus basierte auf der Idee, eine bessere Welt zu „basteln“ und dem Drang, nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs an einem Neubau der Gesellschaft zu arbeiten – mithilfe von Musik, bildender Kunst, Performance und Architektur.
Ausgangspunkt der aktuellen Ausstellung ist die große Fluxus-Schau „How We Met“ (November 2025–Februar 2026), die erstmals die Schenkung von Fluxus-Kunstwerken der verstorbenen Galeristin Inge Baecker an das Kunstmuseum präsentierte. Die eingeladenen Künstler*innen Yuko Mohri (*1980) und Ei Arakawa-Nash (*1977) haben sich von Kunstwerken aus dieser Sammlung inspirieren lassen. Beide Künstler*innen sind von experimentellen Kunstströmungen wie der Fluxus-Bewegung geprägt. Auch die Ausstellung selbst verdeutlicht die Verbindung von Kunst und Sound, denn alle Installationen von Yuko Mohri haben eine klangliche Ebene.

Auf der anderen Seite sind wiederum europäischer Free Jazz und Improvisierte Musik in ihrem Ursprung in den 1960er Jahre gerade in Deutschland stark vom Fluxus beeinflusst. Das Arbeiten mit nicht hierarchischen prozessorientierten Methoden und Konzepten ist beiden gemeinsam.

Martin Blume, der Gastgeber der Reihe „Klangbilder“, hat für dieses Konzert ein spannendes deutsch-japanisches Trio zusammengestellt, welches sich von der Ausstellung inspirieren lässt:

Die japanische Pianistin Rieko Okuda spielte schon 2023 zur Ausstellung der japanischen Künstlerin Fluxus Künstlerin „TAKAKO SAITO“ im Kunstmuseum Bochum. Sie gilt als eine der interessantesten Pianistinnen der jüngeren Generation.  Mit drei Jahren begann sie mit klassischer Musik, später ging sie in die USA, um Jazz zu studieren. Dort trat mit einigen bekannteren amerikanischen Jazzmusiker (Bob Mintzer, Jon Faddis, John Fedchock usw.) auf. Während ihrer Zeit in Philadelphia begann ihr Interessierte für Free Jazz und Improvisierte Musik. Sie spielte unter anderem mit Marshall Allen (Sun Ra Orchestra), Elliott Levine (Cecil Taylor Band) und Calvin Weston (Ornette Coleman Group) auf. Ihr Interesse an Improvisierter Musik veranlasste sie, nach Berlin zu ziehen. Dort arbeitet sie mittlerweile mit verschiedenen Musikern zusammen etwa mit Audrey Chen, Els Vandeweyer, Axel Dörner u.v.a..

http://www.riekookuda.com/

Kazuhisa Uchihashi wurde in Osaka, Japan, geboren und lebt seit elf Jahren in Berlin. Er ist Komponist, Gitarrist und Daxophonist und spielt eine große Vielfalt an Musik. Er hat eine unverwechselbare musikalische Stimme in Rock, Jazz und improvisierter Musik und komponiert u.a. für Film, Theater und Tanz, darunter seit 30 Jahren mit der japanischen Theatergruppe Ishinha. Er komponierte bereits die Musik für acht Theaterstücke von Toshiki Okada an den Münchner Kammerspielen, Thalia Theater Hamburg, National Theater Oslo und KAAT Yokohama. Uchihashi hat weltweit mit Musiker:innen wie Hans Reichel, Fred Frith, Ned Rothenberg, Wayne Horvitz, Roger Turner, Sainkho Namtchylak, Shelley Hirsch und Christian Marclay zusammengearbeitet. Seit den 1990er-Jahren wird er regelmäßig zu Musikfestivals eingeladen. Er organisierte das legendäre japanische Power-Trio Altered States, das über 30 Jahre lang aktiv war und in den 1990er-Jahren auch in Otomo Yshihide’s Ground Zero arbeitete. In den letzten Jahren hat er sich auf panasiatische Identitäten in der Musik konzentriert. Seit 2010 reiste er nach Indonesien, Thailand und China, um besondere Kollaborationsprojekte mit lokalen asiatischen Musiker:innen zu schaffen. Sein Spezialinstrument, das Daxophon, ist eine Schöpfung des verstorbenen Gitarristen und Erfinders Hans Reichel, der ein kreativer Partner von Uchihashi war.

https://innocentrecord.com/

Martin Blume „gehört zu den führenden Vertretern der europäischen Improvisationsmusik, wobei ihn seine ausgeprägte-kompositorische Sensibilität auszeichnet, die auf eine enge Verbindung zur Neuen Musik verweist.“ Signal to Noise (US-Magazin).

Er hat seit Anfang der 80er Jahre im internationalen Kontext der Avantgarde von Jazz, Improvisierter und Neuer Musik in den unterschiedlichsten Formationen u. a. mit Musikern wie Peter Brötzmann, Peter Kowald, Johannes Bauer, Phil Minton, Luc Houtkamp, Phil Wachsmann, John Butcher, Thomas Lehn, Ken Vandermark, Fred van Hove und Alexander von Schlippenbach zusammengearbeitet.

http://www.martinblume.de/

Eintrittspreis:

10,- Euro (nur Abendkasse)

Klangbilder ist eine Veranstaltung von: AMMR – Aktuelle Musik Metropole Ruhr in Zusammenarbeit mit Kunstmuseum und Kulturbüro Bochum