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Gegenwart sammeln, um bewahrte Vergangenheit in der Zukunft auszustellen

Zur Geschichte der Sammlung

—————————— Mit der Gründung der Städtischen Kunstgalerie Bochum im Jahre 1960 setzte auch eine kontinuierliche Sammeltätigkeit ein. Aus der Vorkriegszeit gab es einige Kunstwerke des Expressionismus in städtischem Besitz. Schon in den 50er Jahren arbeitete man auf ein Museum hin, ohne einen konkreten Schwerpunkt definiert zu haben, in dieser Phase wurde mit dieser Perspektive sowohl historische als auch zeitgenössische Kunst erworben. Peter Leo sammelte primär das, was er ausstellte, nämlich zeitgenössische, europäische Kunst.

Schon zehn Jahre später war die Sammlung so angewachsen, dass die Galerie die Kriterien eines Museums erfüllte und eine entsprechende Umbenennung vorgenommen wurde. Neben Malerei und Skulptur zählten vor allem Arbeiten auf Papier, also Zeichnungen, Aquarelle, Druckgraphiken und sehr früh Fotografien dazu.

Frantisek Kupka, Der Traum um 1909
Frantisek Kupka, Der Traum um 1909

Das Konzept, aus Ausstellungen zu erwerben, wurde auch von den nachfolgenden Museumsdirektoren weitergeführt. Als Zeichen vertrauensvoller Zusammenarbeit vor allem mit Künstlern, aber auch mit Sammlern kann es gewertet werden, dass Werke zu günstigen Konditionen oder gar geschenkter Weise von ihnen in die Sammlung kamen und kommen.

Immer ist es die private Förderung durch einzelne Personen oder Institutionen vor Ort und bisweilen aus der Region, die Erwerbungen und Dauerleihgaben in die öffentliche Sammlung einbringen – allen voran der Sammler Helmut Klinker oder der Baumeister-Schüler Kurt Rehm, um zwei wichtige Förderer zu benennen. Helmut Klinker begleitete die museale Arbeit in Bochum intensiv und komplettierte Teile der Sammlung durch günstige Kaufangebote. Kurt Rehm überließ dem Museum neben eigenen auch einzigartige Grafiken von Willi Baumeister.

Dank seiner profunden Kenntnis der Kunstszene Ost- und Mitteleuropas und seiner guten Kontakte gelang es dem zweiten Museumsdirektor Dr. Peter Spielmann, bedeutende Werke aus der damaligen Tschechoslowakei, aus Polen und aus Ungarn zu erwerben. Durch die Zusammenlegung der Städte Bochum und Wattenscheid erweiterte sich die graphische Sammlung unter anderem durch Blätter des Expressionismus entscheidend.

Auch gegenwärtig werden vorrangig Werke von europäischen Künstlern erworben; bedingt werden historische Lücken geschlossen und vor allem zeitgenössische Kunst gesammelt. Neben der herausragenden Erwerbung eines umfangreichen Konvolutes von Zeichnungen von Willi Baumeister kamen Gemälde von Norbert Tadeusz in die städtische Sammlung.

Es sind auch private Sammler, die den musealen Kunstschatz durch Dauerleihgaben mehren, oft mit der Intention, dass diese irgendwann ganz in die Sammlung des Museums eingehen. Auch Stiftungen und andere Förderer stellten dem Museum finanzielle Mittel zur Verfügung, Kunst anzukaufen: zuletzt wurde die Lichtskulptur „Skyline“ von François Morellet, die die Fassade des Hauses markiert,  dem Museum vom Land NRW, der Kunststiftung der Länder sowie von Bochumer Bürgern übergeben.

Das Profil der Sammlung lässt sich wie folgt skizzieren

Die frühsten Werke, vorrangig Graphiken und einige Gemälde um 1900, lassen sich dem Tschechischen Symbolismus und Kubismus zuordnen. Eine Werkgruppe von Skulpturen des Bildhauers Otto Gutfreund, eine Dauerleihgabe der Stiftung der Sparkasse zur Förderung von Kultur und Wissenschaft, komplettiert diesen Sammlungsteil auf hohem künstlerischem Niveau.

Von Lovis Corinth besitzt das Museum ein umfangreiches Konvolut von Arbeiten auf Papier. Eine Folge von zwölf Zeichnungen von Kasimir Malevic macht einen weiteren Höhepunkt in der Sammlung aus. Alle wichtigen deutschen Expressionisten sind mit Graphiken sowie einigen Ölgemälden vertreten. Von Wilhelm Morgner gelangten ein bedeutendes Gemälde sowie eine größere Anzahl Zeichnungen in die Sammlung.

Die Kunst des Surrealismus mit seinen internationalen und zeitversetzten Formulierungen macht einen umfangreichen Teil des städtischen Kunstbesitzes aus. Zum weiteren Umfeld des Surrealismus lassen sich Gemälde und Grafiken zählen, die die Gruppe COBRA auf hohem Niveau repräsentieren. Deutsche Kunst der 50er, 60er und 70er Jahre prägt die Sammlung qualitativ und quantitativ, sowohl abstrakte und informelle als auch figurative Kunst ist vertreten.

HAP Grieshaber nimmt durch große Holzschnitte und insbesondere durch eine umfangreiche Reihe von Buchillustrationen – ebenfalls eine Dauerleihgabe der Stiftung der Sparkasse zur Förderung von Kultur und Wissenschaft – eine Sonderstellung innerhalb der Nachkriegskunst ein. Einige Beispiele aus der Bewegung Abstraction und Creation repräsentieren Kunst aus Frankreich.

Seit den 60er Jahren bis heute gelangten Werke zeitgenössischer Künstler aus Polen, Tschechien und Ungarn in die Sammlung. Schon früh sammelte man in Bochum die Fotografie. Herausragende Solitäre in der Sammlung sind Werke von Francis Bacon, Frank Stella, Cy Twombly oder Nam June Paik.

Neben den bisher genannten besitzt das Kunstmuseum Bochum von folgenden Künstlern Nachlässe und größere Werkgruppen: Reinhard Schmidhagen, Josef Sudek, Karel Čapek, Jakob Bauernfreund, Fred Deux, Leonore Fini, Wilhelm Loth, Louise Nevelson, Douglas Swan und Kurt Rehm. Aus dem Umfeld der „Art Brut“ konnte eine eigene kleine Kollektion aufgebaut werden. Künstler, die in Bochum beziehungsweise in der Region leben und arbeiten, sind ebenfalls in der Sammlung präsent.

Mit bedeutenden Werken in der
Kunstsammlung
vertretene Künstler sind:

A

  • Albers, Josef
  • Appel, Karel
  • Arp, Hans

B

  • Bacon, Francis
  • Barlach, Ernst
  • Baumeister, Willi
  • Beres, Jerzy
  • Bill, Max
  • Bílek, Frantisek

C — F

  • Calder, Alexander
  • Erben, Ulrich
  • Fehér, László
  • Fruhtrunk, Günter
  • Fautrier, Jean

G

  • Gonschior, Kuno
  • Gräsel, Friedrich
  • Grosse, Katharina
  • Grieshaber, HAP
  • Gutfreund, Otto

H — J

  • Hoehme, Gerhard
  • Jankilevskij, Vladimir
  • Jorn, Asger

l — M

  • Loth, Wilhelm
  • Lucebert Malevic, Kasimir
  • Miro, Joan
  • Morellet, François
  • Moore, Henry
  • Morgner, Wilhelm
  • Mueller, Otto

K

  • Kantor, Tadeusz
  • Kassák, Lajos
  • Kirchner, Ernst
  • Koch, Diethelm
  • Kollwitz, Käthe
  • Kulik, Zofia
  • Kupka, Frantisek

N — P

  • Nevelson, Louise
  • Paik, Nam June
  • Poliakoff, Serge
  • Polke, Sigmar

R — S

  • Richter, Gerhard
  • Schultze, Bernard
  • Schumacher, Emil
  • Stella, Frank
  • Strzeminski, Wladyslaw

T — Z

  • Toyen (Marie Cermínová)
  • Zadkine, Ossipt.
  • Die für den 21.7.2017 angekündigte Katalogpräsentation "Rupprecht Geiger. Farbe tanken" muss leider aus dispositionellen Gründen entfallen. Der Katalog wird nun im Rahmen der Veranstaltung am 2. August 2017 um 19 Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt. Georg Imdahl spricht dann im Kunstmuseum Bochum zu seinem Text "Rot tanken".

  • Der neue Programmflyer für Sommer 2017 inkl. Sommerferienprogramm ist online!

  • Jeden ersten Mittwoch im Monat freier Eintritt ins Kunstmuseum Bochum!

03
Veranstaltung

Ich schenk Dir einen Moment

Für einen Menschen mit Demenz und einen Angehörigen

5 Aug 2017 ————
15:00 bis 17:00 Uhr
Terminal von Serra
Veranstaltung

Kunst in der Mittagspause

Terminal von Richard Serra

8 Aug 2017 ————
13:00 bis 13:30 Uhr

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Dienstag, Donnerstag, Freitag,
Samstag und Sonntag:
10.00 — 17.00 Uhr

Mittwoch:
10.00 — 20.00 Uhr

An folgenden Feiertagen bleibt das Kunstmuseum Bochum geschlossen: Neujahr, Karfreitag, 1. Mai, Heiligabend, 25. Dezember, Silvester.

Ostermontag und Pfingstmontag ist das Kunstmuseum Bochum geöffnet.

Bitte beachten Sie, dass das Kunstmuseum Bochum vom 06.03. - 09.03.2017 aufgrund von Umbauten geschlossen sein wird.

 

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  • Eintrittspreise Normalpreis 5,00 Euro
  • Ermäßigt 2,50 Euro
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  • Jahreskarte ermäßigt 12,50 Euro
  • Familienjahreskarte 44,00 Euro

Kinder und Jugendliche bis zu 14 Jahren und Schüler haben freien Eintritt!
Jeder erste Mittwoch im Monat: freier Eintritt!

Regelmäßige Führungen sonntags um 11.00 Uhr (ohne Aufpreis) - weitere Führungen auf Anfrage möglich!