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Hier finden Sie aktuelle Meldungen aus dem Kunstmuseum Bochum

INVENTUR-Blog

Ansicht der Sammlung beim Aufbauen, Foto: Heinrich Holtgreve

 Die Prozesse und Aktivitäten rund um die Inventarisierung der Sammlung können ab sofort auch auf unserem INVENTUR-Blog verfolgt werden! 
>> kunstmuseumbochum.de/inventur-blog

Öffnungszeiten an den Feiertagen

An Heiligabend, 25. Dezember, Silvester und Neujahr bleibt das Kunstmuseum Bochum geschlossen. Zwischen den Feiertagen hat das Museum zu den gewohnten Öffnungszeiten geöffnet.

Neue Fahnen vor dem Kunstmuseum gehisst!
Amauta García und David Camargo
The Weight of Millions of Years Flowing

Die Skulptur Beine (1974) der Künstlerin Eva Kmentová ist seit den späten 1990er-Jahren Teil der Sammlung des Kunstmuseums Bochum. Sie besteht aus Zement, wirkt schwer und leicht zugleich und zeigt zwei zueinander gehörende Unterschenkel, Knie und Teile der Oberschenkel. Ein Abguss, Ausschnitte eines lebendigen menschlichen Körpers. Eva Kmentová, eine der einflussreichsten tschechischen Künstlerinnen des ausgehenden 20. Jahrhunderts, arbeitete immer wieder in Form von Abdrücken und Abgüssen an der Idee eines „negativen Raums“.

Die Künstlerin Amauta García ist aktuell für einen Residenzaufenthalt in Bochum zu Gast. Gemeinsam mit dem Künstler David Camargo entwirft sie einen neuen Zugang zu Kmentovás Werk. Nachdem die Beine im Rahmen der aktuell laufenden INVENTUR bereits aus dem Keller des Museums geholt wurden, wehen sie nun in Fragmente zerlegt als graphische Anordnung auf Flaggen an den Fahnenmasten des Kunstmuseums. Dafür arbeiteten sie mit der digitalen Technik der Fotogrammetrie, um zunächst ein 3D Modell der Skulptur anzufertigen. Dieses haben sie erneut in Einzelteile zerlegt, neu angeordnet und auf die vier Fahnen als wehende Bildträger übertragen.

Das Zerlegen und neu Zusammensetzen ist hier eine Form der Aktivierung, aber auch eine Annäherung an die Materialität von Kmentovás Arbeit. Zu den Hauptbestandteilen von Zement gehören Kalkstein, Ton und Eisen, die im Laufe von Millionen von Jahren durch geologische Prozesse entstanden sind. „Die Skulptur enthält die ganze Schwere der Zeit und Materialien, aus denen sie besteht. Nun weht sie im Wind. Hier ist die Entfaltung der Form ein Akt der Entfaltung der Zeit. Es ist eine Einladung, sich an die geologische Zeit zu erinnern, die in den verwendeten Materialien enthalten ist“, beschreiben Amauta García und David Camargo. Es ist auch eine Einladung, die Wahrnehmung zu teilen, mit der Eva Kmentová den Beginn ihrer künstlerischen Praxis beschrieb, nämlich als „eine große kindliche Freude, oder eher das Gefühl, dass etwas Schönes kommen wird“ (zit. nach Eva Kmentová – Secondary Archive, 2020)

Die Residenz von Amauta García findet im Rahmen des Programms Borderlands Residencies statt.

Kunstwerke rund um das Museum erleben

Bei einem Spaziergang rund um das Museum und im angrenzenden Stadtpark kann man viele spannende Kunstwerke erleben. Hier finden Sie Informationen und Bilder der Werke in der Nachbarschaft des Kunstmuseums – wir laden Sie herzlich ein zu einem virtuellen Rundgang und – wenn Sie Zeit und Lust haben – zu einer wirklichen Erkundungstour.

Zur Bildergalerie (hier klicken)

Kunstmuseum als eines von 21 Museen deutschlandweit im Rahmen des Pilotprojekts „Mitbestimmungsorte. Gesellschaftliche Teilhabe am Museum fördern“ der Kulturstiftung der Länder ausgewählt

Für die Museumssammlung und das Ausstellungsprogramm möchte das Kunstmuseum Bochum in den kommenden Jahren neue Perspektiven und Zugänge schaffen und in einen Dialog mit bestehenden und neuen Nutzer:innen des Museums treten. Mit der Teilnahme an dem Pilotprojekt „MitbeStimmungsorte. Gesellschaftliche Teilhabe am Museum fördern“ sowie einer neuen Stelle im Rahmen eines Forschungsvolontariats zur Aufarbeitung der eigenen Sammlung unternimmt das Kunstmuseum nun konkrete Schritte in diese Richtung.

Im Rahmen des Pilotprojekts „MitbeStimmungsorte. Gesellschaftliche Teilhabe am Museum fördern“ der Kulturstiftung der Länder wurde das Kunstmuseum Bochum als eines von 21 Museen deutschlandweit ausgewählt. Das Pilotprojekt unterstützt Museen mit Werkstätten und Beratungsangeboten im Transformationsprozess hin zu einer Diversifizierung der Struktur ihrer Nutzer:innen. Das Projekt will Menschen, die bislang wenig Berührungspunkte mit dem Museum haben, neugierig auf einen Besuch machen. Im Rahmen des Pilotprojekts fragen sich die Institutionen gemeinsam, unter welchen Bedingungen Mitbestimmung von Nutzer:innen an Themen, Inhalten und Formaten gelingen und nachhaltig wirksam werden kann. Hierbei gilt es individuelle Lösungen zu entwickeln um eine größere Teilhabe der vielfältigen Gesellschaft am Museum zu ermöglichen. Die Auswahl der teilnehmenden Museen spiegelt die deutsche Museumslandschaft
wider – es handelt sich um eine spartenübergreifende Auswahl und ein ausgewogenes Verhältnis kleiner und großer Ausstellungshäuser in ländlichen Regionen und unterschiedlichen städtischen Kontexten.